“With Skin and Hair”
a body of works about the body
In a sense, art is only skin and hair.
It is an outward appearance implying a whole world within.
In German, to do something “with skin and hair” means to do it completely. 100%.
In English, we might say you put your heart and soul into it – which makes one consider
the heart and soul of skin and hair.
Skin is the first part of the human being to develop. It is also the last thing
to decompose after death. It evolves from the same ectoplasm as the brain,
which is a skin folded in on itself over and over until it becomes completely
self-absorbed. We grow between two thinking skins: an outer one that
becomes the largest organ of the body, and an inner one that becomes
the most overestimated.
Hair, as we all know, has a mind of its own.
Doug Fitch
New York City
Von Außen nach Innen – Gedanken zur Ausstellung „Mit Haut und Haaren“
„I ‘ve got you under my skin“ sang einst Frank Sinatra so eindringlich, dass einem seine Interpretation des Cole-Porter-Songs Gänsehaut bescherte. Die entscheidende Zeile des unvergessenen Liebesliedes beruht auf einer Redewendung, die im Englischen und im Deutschen die gleiche Bedeutung hat. Liebe lässt einander eben unter die Haut gehen, biologisch unmöglich, aber bildlich gesprochen absolut zutreffend. Liebende bleiben nicht an der Oberfläche. Sie wollen und begehren sich zwar mit Haut und Haaren, aber die Oberfläche ihrer Körper ist nur der äußere Spiegel ihrer Gefühle – die Haut folglich ein Organ ihrer Emotionen.
Mit seiner seit dem Jahr 2001 in verschiedenen deutschen Städten zu sehenden Ausstellung „Organs of Emotion“ kreierte der vielseitig begabte, amerikanische Künstler Doug Fitch die schöpferische Idee einer neuen menschlichen Anatomie, die auf Gefühlen aufgebaut ist. Eine Weiterführung dieser Anatomie der Gefühle hat er nun konsequent mit seinen Arbeiten zu „Haut und Haaren“ entwickelt.
Haut bildet die natürliche Oberfläche des Menschen; entwicklungsgeschichtlich gesehen anfangs ziemlich haarig, heute eher glatt. Doch schon die bekanntesten „Urmenschen“ Adam und Eva schämten sich ihrer Nacktheit nicht, zumindest nicht vor dem Sündenfall. Ihre glatte Haut – von frühen Künstlern ohne Bauchnabel dargestellt – ließ sie als unschuldige Gotteskinder erscheinen; nach der Definition des Hl. Hieronymus als „jungfräuliche Wesen im Paradies“.
Doug Fitch kehrt diese Überlieferung des Adam- und Eva-Bildes im doppelten Sinne um: in Anlehnung an das bekannte Lukas-Cranach-Gemälde spielt er mit dem Thema der biblisch-paradiesisch unschuldigen Nacktheit, und er lässt die beiden zwar nackt, aber ziemlich haarig daherkommen. Doch damit nicht genug: Adam verliert seine Haare und bei Eva landet die üppige Pracht. Spielerisch und mit einem Augenzwinkern kippt der Künstler mit seinem Bild unsere über sehr lange Zeit eingeübten Sehgewohnheiten, lenkt unseren Blick weg von den tradierten Perspektiven. Sein intellektuell-witziger Haartransfer lässt die biblische Unschuld schwinden. Mit dem klaren Rollenmuster Adam=Mann und Eva=Frau kommen wir ab diesem Moment nicht mehr weiter.
Behaart zu sein – und zwar an den richtigen Stellen – hat die Menschen immer schon inspiriert. Unsere Kopfbehaarung inszenieren wir zu den fantasievollsten Frisuren, manchmal maskieren und verkleiden wir uns mit ihnen. Die Frisur wird zur Bühne unserer unausgesprochenen Wünsche und Fantasien. Konsequenterweise kreiert Doug Fitch im Anklang an diese Vorstellungen einen kompletten Theatervorhang aus seidig-rotem Haar. Wie echter Bühnenstoff fällt der haarige Vorhang in weichen Linien und verdeckt den Ort, an dem die spannenden Vorstellungen tatsächlich ablaufen. Er lässt uns erwartungsvoll hoffen, dass wir nicht draußen bleiben müssen, sondern sich der Vorhang gleich hebt und die Inszenierung freigibt. Es ist ein Spiel, genauso wie der Bühnenbau auf unserem Kopf, den wir Frisur nennen.
Doug Fitch führt uns manchmal lächelnd, aber immer ernsthaft mit sehr unterschiedlichen künstlerischen Ausdrucksmitteln durch die Welt von „Haut und Haaren“. Dabei durchbricht er faszinierend die uns vertrauten Wahrnehmungen unserer physischen und psychischen Erfahrungen. Er kombiniert die Dinge neu – so wie Meret Oppenheim mit ihrer berühmten Pelztasse -, um uns von außen nach innen zu holen. Die regelmäßig, strukturierte Oberfläche einer Baumrinde öffnet sich in einer roten, klaffenden Wunde. Ganz verletzlich, fast zart wirkt auf einmal die starke Schale des Baumes. Die Wunde liegt offen so wie die Blutzeichen des gemarterten Christus am Kreuz. Dabei ist es eine „saubere“, ästhetische Verletzung der Oberfläche – so als ob das Skalpell eines Chirurgen sie freigelegt hat.
Mit allen Sinnen möchte man die Objekte von Doug Fitch erfahren. Man möchte sie fühlen, tasten und spüren – so wie man auch Haut und Haare sinnlich erfahren möchte. Lustvoll und gelehrt zugleich widmet sich der Künstler seinem Topos. Er fordert unser kollektives Wissen sowohl aus Kunst, Literatur, Redewendungen und Märchen und dazu auch unsere eigenen Erfahrungen mit dem zugleich schönsten und schwierigsten Organ unseres Körpers, der Haut und ihren Haaren.
Hier findet sich Doug Fitch in seinem Thema. Für ihn sind Kunst und Leben eine ungeteilte Wirklichkeit. Er widmet sich beidem buchstäblich „mit Haut und Haaren“. „In a sense, art is only made of skin and hair – it is a creation of an outward appearance that implies a whole world that only resides in the imagination of its audience”. (Doug Fitch, 2007).
Dr. Barbara Hausmann
Kunsthistorikerin
Bonn
2011: Augsburg, Spirig Pharma GmbH
2009: Berlin, Kongreßzentrum
2009: Münster, Uni-Hautklinik
2009: Minden
2008: Magdeburg
2007: Berlin, Charité
Ausstellung „Mit Haut und Haaren“ in AugsburgAugsburg | 07.11.2011

Spirig Pharma GmbH und Stadt Augsburg präsentieren Ausstellung „Mit Haut und Haaren“ des New Yorker Künstlers Doug Fitch. Vernissage fand am 3.11.2011 im Rahmen eines Netzwerktreffens Augsburger Unternehmen statt.
Die Spirig Pharma GmbH und die Stadt Augsburg hatten am 3.11.2011 zu einer ungewöhnlichen Vernissage eingeladen. Gezeigt wurden 20 Exponate der Ausstellung „Mit Haut und Haaren – With Skin and Hair“ des in New York lebenden Künstlers Doug Fitch. Dieser war an diesem Abend persönlich anwesend und erläuterte den 50 geladenen Gästen seine künstlerischen Ansätze. Im Rahmen eines Netzwerktreffens von Augsburger Unternehmen war dieser Event ein besonderes Ereignis in und für Augsburg.
Spirig Pharma GmbH freute sich über Vernissage in Augsburg
„Die Spirig Pharma GmbH öffnet heute ihre Türen für eine einmalige Kunstausstellung: Wir verstehen uns als Spezialist rund um das Thema Haut. Besonders passend finden wir es daher, die Werke „Mit Haut und Haaren“ von Doug Fitch präsentieren zu können“, freute sich Dr. Ulrich Hornung in seiner Eröffnungsrede. „Wenn Sie sich nun fragen, was ein Pharma-Unternehmen dazu bewegt, ein Kunst-Projekt zu unterstützen, erkläre ich es Ihnen gerne: Offenheit gegenüber einer andersartigen Sichtweise hat der Wissenschaft, der Kunst und auch der Industrie schon oft neue Horizonte eröffnet. Das alles zusammenzubringen ist unsere Intention. Deshalb freuen wir uns sehr, diese ungewöhnlichen Exponate hier an unserem Firmensitz in Augsburg ausstellen zu dürfen.“
Über die Ausstellung „Mit Haut und Haaren“
Doug Fitch stellt in seinen Werken Haut und Haare auf ungewöhnliche und eindrucksvolle Weise dar. Er thematisiert dabei auch, was unter der Haut ist bzw. unter die Haut geht. Er schafft irreale Welten, die den Betrachter in ihren Bann ziehen. „Mit Haut und Haaren“ ist die Fortsetzung des im Jahre 2001 begonnenen Projekts „Organs of Emotion“ von Doug Fitch. Diese Ausstellung war bereits fünf Jahre lang in verschiedene medizinische Forschungsstätten in Deutschland zu sehen. „Mit Haut und Haaren“ ist nun die konsequente Fortsetzung. Die Ausstellung „Mit Haut und Haaren“ machte bisher in dermatologischen Universitätskliniken in Berlin, Magdeburg, Münster und Minden Station. Sie wird noch bis Ende März in den Unternehmensräumen der Spirig Pharma GmbH gezeigt. Eine Besichtigung ist während der Geschäftszeiten nach individueller Terminabsprache unter der Telefonnummer 0821-71003-321 möglich.
Doug Fitch
Douglas Fitch, geboren 1959 in Philadelphia, lebt und arbeitet in New York. Er studierte 1977-1982 am Harvard College Visual Studies. Fitch beschäftigt sich seit 12 Jahren unter anderem auch intensiv mit Food Art und Operninszenierungen. So inszenierte er bisher 10 Stücke, davon zwei hochgelobte Aufführungen mit dem New York Philharmonic Orchester. In diesen integrierte er auch Elemente des Puppenspiels. Puppenspiel ist für Doug Fitch eine wichtige eigenständige künstlerische Darstellungsform. Durch seine Familiengeschichte ist der dem Puppenspiel schon von Kindheit an verbunden. Bisher hat er mehr als 200 Puppen selbst angefertigt.
Die Spirig Pharma GmbH
Die Spirig Pharma GmbH hat ihren Sitz in Augsburg. Sie ist eine Tochtergesellschaft der 1948 gegründeten und inzwischen international tätigen Spirig Pharma AG aus Egerkingen (Schweiz). Das Unternehmen bietet verschiedene innovative Produktlinien rund um Hautschutz und Hautpflege, Sonnenschutz und Hauterkrankungen an. Spirig Pharma ist sehr entwicklungs- und qualitätsorientiert. Bei der Produktentwicklung stehen medizinisch-pharmazeutische Fachkompetenz und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit medizinischem Fachpersonal im Fokus. Diese Produkte werden am Schweizer Produktionsstandort Egerkingen hergestellt. Die Schweizer Spirig Pharma AG hat ca. 400 Mitarbeiter. Deutschlandweit sind ca. 60 Mitarbeiter beschäftigt. Neben der Spirig Pharma GmbH (Deutschland) sind weitere Tochterfirmen für Frankreich, Baltikum, Niederlande, Tschechien und Slowakei, Österreich sowie Australien und Neuseeland zuständig. In weiteren Regionen decken Partnerunternehmen den Vertrieb ab.
