Eine Ausstellungsinitiative der MultiArt International im Ägyptischen Museum der Universität Bonn.
Mit neuen Arbeiten der Kölner Künstlerin Eva Ohlow und dem Bonner Maler Max Fischer im Dialog mit Exponaten des Museums.
Die Ausstellung wird von einem Katalog begleitet.
Dauer: 12.September bis 14. Dezember 2008
Die Vergangenheit ist jetzt!
Eva Ohlow und Max Fischer im Ägyptischen Museum
Die Ägyptische Sammlung der Universität Bonn geht bereits in das frühe 19. Jahrhundert zurück, ist jedoch erst ab 2001 in einem kleinen verhältnismäßig intimen Museum regelmäßig der Öffentlichkeit zugänglich. Um konsequent den Weg einer zeitgemäßen Sammlungsarbeit zu gehen und sich den aktuellen Herausforderungen zu stellen, müssen sich Museen fortwährend wandeln beziehungsweise sich jeweils neue Ziele sowie ein verändertes Konzept erarbeiten. Seit den letzten Jahren hat es sich die Sammlung zur Aufgabe gemacht, durch regelmäßige Sonderpräsentationen eine größere, über das Universitätspublikum hinausgehende Öffentlichkeit zu erreichen und sich fest im Kulturleben der Region Köln/Bonn zu etablieren. Um eine Brücke in die Moderne zu schlagen und damit gleichzeitig neue Besucher anzusprechen, werden regelmäßig Ausstellungen gezeigt, die sich mit dem Thema Ägypten oder allgemein dem Orient auseinandersetzen. So waren beispielsweise in den letzten Jahren Arbeiten von zwei zeitgenössischen Photographen zu sehen, die sich diesem Kulturkreis von ihrer ganz eigenen künstlerischen Position heraus genähert haben.
Das Bonner Museum begreift sich generell als ein Ort der Vermittlung, an dem die altägyptische Kultur einem weit gespannten Publikum näher gebracht werden soll. Das große öffentliche Interesse, das bis heute ungebrochen Altägypten gilt, erscheint dabei gleichzeitig auch als eine Chance, neue Ideen und Ansätze zu vermitteln. Diese Faszination, die Ägypten bis in unsere Tage ausstrahlt, ist sicherlich Grundlage dafür, dass diese Kultur zum permanenten Bestandteil unserer Medienlandschaft geworden ist. Für uns als Museum ist diese Entwicklung nicht Bedrohung oder Zeichen einer fortschreitenden Konsumgesellschaft, sondern bietet auch gleichzeitig eine Chance, den Interessierten auf eine ganz eigene Weise an andere Kulturkreise heranzuführen.
Die Vorstellung des Weiterlebens nach dem Tod und eines ewigen Kreislaufes der Welt war ein prägender Gedanke der altägyptischen Kultur. An diese Vorstellung wollen die Künstlerin Eva Ohlow und der Maler Max Fischer anknüpfen: sie verbinden nicht nur die Vergangenheit mit der Gegenwart durch das Band ihrer Kunst, sondern eröffnen hiermit auch einen Dialog zwischen den Kulturen.
Eva Ohlow geht mit ihren Installationen zum Thema „Schlafende Venus” auf die kulturelle Bedeutung des Wassers ein und reflektiert in ihrer „Hommage an Alexandria” die Vernetzung von Philosophie und Mathematik. Insbesondere im „Jahr der Mathematik” eine interessante und bereichernde Aufarbeitung. Max Fischer’s Arbeiten konzentrieren sich auf die Auseinandersetzung mit verschiedenen Farben und Materialien der ägyptischen Kunst als Teil des Schaffensprozesses seiner eigenen, aus vielen Schichten aufgebauten Malerei.
Mit ihren Arbeiten versuchen sowohl Eva Ohlow als auch Max Fischer neues Leben in die alte Kunst zu bringen, Sehgewohnheit zu durchbrechen und die Objekte des Museums in neuem Licht erscheinen zu lassen. Umgekehrt sollen die Arbeiten der beiden Künstler durch die altägyptische Kunst reflektiert und auf ihre Wurzeln zurückgeführt werden.
Auch in dieser Hinsicht können Arbeiten zeitgenössischer Künstler eine extrem bereichernde Ergänzung sein, die dem aufmerksamen Betrachter weitere Zugänge und Einblicke in das Neue wie das Alte ermöglicht.
Dr. Gabriele Pieke
Ägyptisches Museum der Universität Bonn
Linde Trottenberg
MultiArt International, Bonn